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Cat Power – jetzt neu in sonnig!

Es gibt ein neues Album von Cat Power! Es heisst „Sun“ und klingt auch so: freundlicher und sonniger. Und man hört gleich, die Frau hat beschlossen ihre Depressionen hinter sich zu lassen.
Ganze 6 Jahre mussten sich die Fans von Chan Marshall gedulden, auch nur einen neuen Track von ihr zu hören, doch was war geschehen? Fassen wir zusammen: 2006 wurde bekannt, dass sie nicht nur den Blues in der Stimme, sondern auch im Blut hatte – sie litt an Depressionen und einem immer offensichtlicher werdenden Alkoholproblem. Zeitweilig sah man schon das  Amy Winehouse – Schwert über ihr schweben. Klinikaufenthalte folgten, es wurde ruhig um die Sängerin. Wieder eingebürgert konzipierte sie ganze Alben, die wieder über den Haufen geworfen wurden. Sie war wohl noch nicht soweit, irgendetwas schien ihr nicht stimmig. Letztes Jahr produzierte sie dann gemeinsam mit Philippe Zdar, seineszeichen „Cassius“-Mitglied,  daftpunk-Kumpel und Phoenix-Produzent – und ja reicht –  ihr mittlerweile neuntes Album in Paris. Sie schreibt und produziert sich los von den alten Mustern. Die Melancholie scheint immer noch einer ihrer Begleiter zu sein, doch dafür hat sie ihren früheren Hang zur Selbstzerstörung  gemildert.

Auf „Sun“ werden freundliche Töne zugelassen, wird Hoffnung geschenkt. Da greift sie doch glatt in die Popschublade, loopt catchy Pianomelodien und vergreift sich sogar am Autotune. Am Ende klingt das Ganze nach ein bisschen Tori Amos mit etwas Boy und ein bisschen Feist dazu. Unverkennbar aber bleibt die rauchige Stimme von Chan, die früher gerne dem Alternative Country/ Folk/ Blues zugeschrieben wurde.

Wenige Monate vor der Vollendung des Albums dann die Trennung von ihrem langjährigem Freund, dem Schauspieler Giovanni Ribisi. Sie sagt: „Die Trennung fühlt sich wie der Tod an, aber sie tötet dich nicht“. Also wieder alles auf Anfang. Freund weg, lange Haare ab und weiter machen. Später bezeichnet sie diese Phase als ihre „Wiedergeburt“. Und all dem Anfang wohnt ein Zauber inne *räusper, und all das hört man dem neuen Album auch an. Wie im globalisierungskritischen Song „Ruin“ sitzt sie auf Ruinen und fragt sich, worüber sie sich da eigentlich beschwert und dass es uns eigentlich, verglichen mit dem Rest der Welt gut geht.

Wer weiterhin an der Bar sitzen wollte und eine zerbrechliche Frau über ihr gebrochenes Herz und ihre Schmerzen singen hören wollte, wird bei „Sun“ nicht viel zu weinen haben. Für alle, die sich unsterblich in ihre Stimme verliebt haben und auch gern nach vorne schauen, sei dieses Album wärmstens ans Herz gelegt.

Cat Power – „Sun“
Matador/Beggars Group / VÖ: 31. August

 

 

 

 

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